Von Eric Böhm

München – Brandon Weeden hat einen einzigartigen Weg in die NFL hinter sich.

Noch in der Schule unterschreibt er als Baseball-Phänomen einen Vertrag bei den New York Yankees, geht dann an die Uni von Oklahoma State und wird mit 28 Jahren Quarterback. (Die NFL-Saison 2014 LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM)

Nach zwei mäßigen Jahren als Starter der Cleveland Browns versucht Weeden nun, sich bei den Dallas Cowboys als Ersatzmann für Topstar Tony Romo weiterzuentwickeln.

(SHOP: Jetzt Football-Artikel kaufen)

Im SPORT1-Interview spricht Weeden über das Aus in Cleveland, Tony Romo, Kumpel Dez Bryant, seine Baseball-Vergangenheit, zieht Vergleiche zur NFL – und zeigt sich gespannt auf die europäischen Fans.

SPORT1: Mr. Weeden, Sie gehen in Ihre dritte NFL-Saison, sind aber aufgrund ihrer Baseball-Karriere schon 30 Jahre alt. Helfen diese Erfahrungen in der zweiten Profilaufbahn?

Brandon Weeden: Auf jeden Fall. Ich kam ja direkt aus der Schule in die Minor League. Dort bist du viel mit dem Bus auf Reisen und musst dich selbstständig um deine Sachen kümmern. Du erfährst auf die harte Tour, was Professionalität bedeutet. Ich habe viel gelernt – auch über mich selbst. Du wirst dadurch schnell reifer.

SPORT1: Wie viel Baseball-Mentalität steckt noch in Ihnen?

Weeden: Football ist eine andere Welt, aber ich habe schon noch eine ähnliche Einstellung. Vor allem die Aggressivität: Ich war als Pitcher sehr aggressiv und habe die Gegner herausgefordert. Ich gehe auch als Quarterback gern Risiken ein, aber du musst natürlich auch die richtige Balance finden und clever sein. Außerdem bin ich – wie die meisten Baseballspieler – ein sehr entspannter Mensch, der sich nicht aus der Ruhe bringen lässt. Das ist in der Hektik der NFL von Vorteil.

SPORT1: Die Cowboys warten seit 2009 auf eine Playoff-Teilnahme. Ist das Team in diesem Jahr in der Lage mitzumischen?

Weeden: Das ist das Ziel. Das Team hatte zuletzt dreimal in Folge eine ausgeglichene Bilanz. Das wollen wir ändern. Wenn du es erst einmal in die Playoffs schaffst, ist dann sowieso alles möglich. Ich denke, wir werden uns gut schlagen.

SPORT1: Sie spielen nun in Dallas wieder mit ihrem College-Kumpel Dez Bryant zusammen. In der vergangenen Saison ist er zu einem der Topreceiver in der NFL gereift. Was zeichnet ihn aus?

Weeden (lacht): Alles! Er bringt körperlich alles mit, ist groß, stark und schnell. Was ihn aber von vielen anderen Spielern abhebt, ist sein Ehrgeiz. Er will der beste Receiver der NFL sein und arbeitet daran. Er hat fantastische Hände, solche Jungs gibt es nur aller zehn Jahre. Wenn du mit ihm sprichst, spürst du seine Leidenschaft für Football.

SPORT1: Ihr altes Team hat Johnny Manziel im Draft verpflichtet und einen riesigen Hype ausgelöst. Was halten Sie von ihm?

Weeden: Er ist ein guter Spieler. Im College hat es Spaß gemacht, ihm zuzuschauen. Die NFL ist aber völlig anders. Es wird auch für ihn einige Tiefen geben. Ich respektiere ihn und bin gespannt, wie sein unorthodoxer Stil funktionieren wird.

SPORT1: Sie spielen mit den Cowboys am 10. Spieltag in London gegen die Jacksonville Jaguars. Viele NFL-Profis sind nicht gerade Fans dieser Europa-Reisen?

Weeden: Dazu gehöre ich nicht. Ich freue mich sehr darauf, ich war noch nie dort. Es wird eine völlig neue Erfahrung für uns alle. Ich hoffe, es kommen viele europäische Fans der Cowboys. Mal sehen, wie ihr da drüben drauf seid.

(So spricht die NFL: Die wichtigsten Begriffe)