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Am vorletzten Tag der EM ruhen die deutschen Hoffnungen auf den Staffeln um Paul Biedermann. Deibler will eine Einzelmedaille.
Berlin – Am vorletzten Tag der Schwimm-EM in Berlin ruhen die Medaillen-Hoffnungen der deutschen Schwimmer auf den Staffeln.
Weltrekordler Paul Biedermann führt die DSV-Athleten am Samstag über 4×200 Meter Freistil und 4×100 Meter Lagen an und will die Medaillenbilanz des deutschen Teams verbessern.
Biedermann erklärte, dass ihm der Erfolg mit der Mannschaft sehr wichtig sei. Der Schwimmstar hatte am Freitag auf den Start über die 200 Meter Freistil verzichtet, um sich auf die Staffel-Wettbewerbe konzentrieren zu können.
Auch Steffen Deibler will für eine weitere deutsche Madaille sorgen. Über seine Paradestrecke 100 Meter Schmetterling erreichte der Olympia-Vierte souverän das Finale und darf sich im Finale berechtigte Hoffnungen auf einen Podestplatz machen. (SERVICE: Der Zeitplan der Schwimm-EM).
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Weltrekordler Paul Biedermann hat die deutsche 4×200-m-Freistilstaffel bei der Heim-EM der Schwimmer in Berlin zu Gold gezogen.
Als Schlussschwimmer nach Robin Backhaus (Berlin), Yannick Lebherz (Potsdam) und Clemens Rapp (Heidelberg) schlug der 28-Jährige aus Halle/Saale, der beim Einzelstart Gold nur um zwei Hundertstelsekunden verpasst hatte, nach 7:09,00 Minuten als Erster an. Silber hinter dem erfolgreichen Titelverteidiger ging an Russland vor Belgien.
Der deutsche Meister Hendrik Feldwehr hat bei der Schwimm-EM in Berlin im Endlauf über 50 m Brust den achten Platz belegt.
Der 28-Jährige aus Essen schlug nach 27,72 Sekunden an. Gold gewann der Brite Adam Peaty, der in 27,00 fast vier Zehntelsekunden über seinem Weltrekord aus dem Halbfinale (26, 62) blieb, vor dem Litauer Giedrius Titenis und Titelverteidiger Damir Dugonjic (Slowenien).
Sprint-Ass Dorothea Brandt und Kurzbahn-Vizeeuropameisterin Franziska Hentke sind bei der Heim-EM mit Medaillenchancen ins Finale geschwommen.
Brandt (Essen) qualifizierte sich über 50 m Brust als Dritte in 30,83 Sekunden und über 50 m Freistil als Vierte in 24,60 Sekunden für die beiden Endläufe am Sonntag, die innerhalb von nur sieben Minuten stattfinden. Hentke (Magdeburg) erreichte in 2:09,03 Minuten auf Platz sechs das Finale über 200 m Schmetterling. Die Essenerin Caroline Ruhnau schied über 50 m Brust als 14. aus.
Christian Diener hat den deutschen Schwimmern bei der Heim-EM in Berlin die fünfte Medaille beschert. Der Potsdamer gewann über 200 m Rücken in persönlicher Bestzeit von 1:57,16 Minuten überraschend Silber hinter Europarekordler Radoslaw Kawecki (Polen/1:56,01).
Bronze ging an Gabor Balog (Ungarn/1:57, 42). Jan-Philip Glania (Frankfurt/Main), über 100 m EM-Dritter, kam nur auf den siebten Rang (1:58,84).
Der Olympiavierte Steffen Deibler hat bei der Schwimm-EM in Berlin seine erste internationale Einzelmedaille auf der Langbahn wieder verpasst. Der 27-Jährige aus Hamburg belegte im Finale über 100 m Schmetterling in enttäuschenden 52,01 Sekunden den fünften Platz.
Bei der WM 2013 hatten dem 37-maligen deutschen Meister nur acht Hundertstelsekunden zu Bronze gefehlt. Gold holte sich der Pole Konrad Czerniak vor Lagen-Europameister Laszlo Cseh (Ungarn) und Pawel Sankowitsch (Weißrussland).
Freiwasser-Europameisterin Isabelle Härle ist bei der Heim-EM in Berlin im Becken im Velodrom deutlich an den Medaillen vorbeigeschwommen.
Die 26-Jährige aus Essen, die auf der Regattastrecke Grünau Gold über fünf Kilometer gewonnen hatte, kam im Finale über 1500 m Freistil in persönlicher Bestzeit von 16:17,55 Minuten auf den sechsten Platz. Den Titel sicherte sich die spanische WM-Vierte Mireia Belmonte Garcia vor Boglarka Kapas (Ungarn) und Martina Caramignoli (Italien).
Wasserspringer Sascha Klein hat seinen dritten EM-Titel vom Turm verpasst. Der Synchron-Weltmeister musste sich bei den Titelkämpfen in Berlin wegen eines verpatzten Handstandsprungs im dritten Durchgang mit Bronze (530,90 Punkte) zufrieden geben.
Der Rückstand des Dresdners zum überragenden Sieger Viktor Minibajew aus Russland war mit 55,20 Punkten am Ende deutlich. Silber holte der britische Olympia-Dritte Thomas Daley (535,45).
Patrick Hausding, der bei seinem Handstandsprung ebenfalls Probleme hatte, ging nach zuvor dreimal Gold und einmal Silber als Vierter (515,40) in seiner Nebendisziplin erstmals leer aus. Damit scheiterte der Berliner nur knapp an seinem EM-Rekord von 2010, als er fünf Medaillen gewann.
Mit seiner Ausbeute von Berlin geht Hausding dennoch in die EM-Geschichte ein. Nur Russlands Sprung-Ikone Dimitri Sautin hatte vor 14 Jahren in Helsinki bei einer EM ebenfalls drei Titel und einen zweiten Platz erreicht.
Das Synchron-Duo Tina Punzel/Nora Subschinski hat im Vorkampf vom Drei-Meter-Brett seine Medaillenambitionen unterstrichen. Die DSV-Wasserspringerinnen zogen als Vierte mit 289,50 Punkten ins Finale am Samstagabend (18 Uhr) ein.
“Das war bei jedem Sprung noch Luft nach oben, so muss es in einem Vorkampf sein”, sagte die Dresdnerin Punzel, die bei den Titelkämpfen bereits zweimal Bronze (Ein-Meter-Brett und Team-Wettbewerb) gewonnen hat.
Souveräner Vorkampfsieger wurde das italienische Erfolgs-Duo Tania Cagnotto/Francesca Dallape (306,60), das zum sechsten Mal in Folge in dieser Disziplin den EM-Titel gewinnen könnte. “Wir werden angreifen und versuchen, ihnen den Titel streitig zu machen”, kündigte Punzel selbstbewusst an.
Die Synchron-Europameister Sascha Klein und Patrick Hausding haben auch im Turm-Einzel locker das Finale am Samstagnachmittag erreicht. Klein, der bereits 2010 und 2011 EM-Gold gewinnen konnte, belegte im Vorkampf mit 512,10 Punkten den zweiten Platz knapp hinter dem Russen Viktor Minibajew (517,90).
Hausding, mit bislang dreimal Gold und einmal Silber seinen EM-Rekord von 2010 (fünf Medaillen) jagt, wurde Vierter (453,90). “Vom Turm ist meine Medaillenchance am geringsten”, hatte der Berliner schon im Vorfeld gesagt.
Das Finale findet um 14 Uhr statt.
Gleich zweimal qualifizierte sich Sprint-Ass Dorothea Brandt für das Halbinale. Über 50 m Brust war die 30-Jährige in 30,82 Sekunden als Vorlaufvierte nur neun Hundertstelsekunden langsamer als 100-m-Olympiasiegerin Ruta Meilutyte (Litauen), die in der vergangenen Woche bei den Jugendspielen in Nanjing/China zweimal Gold geholt hatte.
“Den deutschen Rekord möchte ich auf jeden Fall schwimmen. Da stehen noch zwei Namen hinter”, sagte die deutsche Meisterin. Bei der DM im Mai hatte Brandt in 30,77 Sekunden die deutsche Bestmarke von Kerstin Vogel aus der Zeit der High-Tech-Anzüge eingestellt.
Über 50 m Freistil war Brandt eine halbe Stunde später in 24,77 Sekunden Drittschnellste.
Kurzbahn-Vizeeuropameisterin Franziska Hentke zog als Sechste in die Zwischenläufe über 200 m Schmetterling ein. Die 25-Jährige lag in 2:10,60 Minuten mehr als zwei Sekunden hinter der Vorlaufschnellsten, der Olympiazweiten Mireia Belmonte Garcia (Spanien), zurück.
Auch Caroline Ruhnau (31,85) erreichte als 16. über 50 m Brust die zweite Runde.
“Das war ein guter Vorlauf von den Jungs”, sagte Biedermann, “die zwei Tage Pause haben gut getan. Jetzt will ich alle Energie, die bleibt, reinwerfen.” Der Dreifach-Europameister von 2012 hatte zugunsten der Staffeln auf seinen Start über 100 m verzichtet. Am Sonntag ist er auch Schlussschwimmer über 4×100 m Lagen.
Weltrekordler Paul Biedermann hat seine Goldambitionen mit der 4×200-m-Freistilstaffel unterstrichen. Als Schlussschwimmer nach Robin Backhaus, Yannick Lebherz und Clemens Rapp zog der 28-Jährige, der beim Einzelstart Gold nur um zwei Hundertstelsekunden verpasst hatte, das deutsche Quartett auf Platz eins im Vorlauf.
In 7:10,26 Minuten lag der Titelverteidiger vor Russland und den Niederlanden. Biedermann und Co. sind am Nachmittag im Finale der heißeste Goldtipp der deutschen Beckenschwimmer am Abschlusswochenende. Bislang hat die DSV-Mannschaft im Velodrom einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze gewonnen.
Sollten Biedermann und Co. keine weiteren Podestplätze erschwimmen, hätte das deutsche Beckenteam ausgerechnet bei der Heim-EM mit einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze die schlechteste EM-Ausbeute in einem nichtolympischen Jahr seit der Wiedervereinigung eingefahren.
Am Freitag-Abend rangierte Deutschland im Medaillenspiegel auf dem achten Rang.
14.00 Uhr: Wasserspringen 10 m Männer
18.00 Uhr: Wasserspringen 3-m-Brett Synchron Frauen
100 m Schmetterling Männer
200 m Rücken Männer
50 m Brust Männer
1500 m Freistil Frauen
200 m Freistil Frauen
50 m Rücken Frauen
4×200 m Freistil Männer