Friedhelm Julius Beucher plagen keinerlei Zweifel. Von wegen langes Warten bis zur ersten Medaille?
Der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) ist von der Qualität des Team D Paralympics vollends überzeugt. “Wir fahren nicht auf Platz hierhin, sondern fahren in vielen Bereichen auf Sieg”, sagt der 75-Jährige vor den ersten Wettbewerben: “Wir gehen mit sehr vielen Eisen im Feuer in die Wettkämpfe.” (SERVICE: So laufen die Paralympics)
Er sehe “keinen in der Welt, der weiter als Markus Rehm springt oder schneller als Johannes Floors läuft”, führt Beucher beispielshalber aus.
Doch wie so viele der Stars des deutschen Teams greifen die beiden Leichtathleten erst in der zweiten Hälfte der Paralympics ins Geschehen ein. Es droht ein Stotterstart, es sei denn, Denise Schindler sorgt in Tokio gleich in der ersten Entscheidung mit deutscher Beteiligung für die Erlösung. (BERICHT: Paralympics ohne vier Südsee-Staaten)
“Ich denke, in der Verfolgung auf der Bahn habe ich eine Medaillenchance”, sagte die 35-Jährige der SZ vor ihrem Wettkampf am Mittwoch (6.45 Uhr MESZ/13.45 Uhr Ortszeit).
Paralympics: Wer holt erste deutsche Medaille
Doch ihre Erwartungen sind gedämpft. “Es war zuletzt nicht ganz einfach, ich hatte viel mit Entzündungen am Stumpf in der Prothese zu kämpfen, das war auch mental sehr herausfordernd”, führte sie aus. (HINTERGRUND: Das sind die deutschen Fahnenträger)
Und so könnte sich in Sachen erster deutsche Medaille unerwartet eine Chance für die Rollstuhlfechter ergeben.
“Geht nicht gibt’s nicht”, gibt Maurice Schmidt auf seiner Homepage das Motto für die Paralympics aus. Der 27-Jährige hat ebenso wie Sylvi Tauber am Mittwoch mit dem Säbel Außenseiterchancen, bei der EM 2018 landete er auf Rang sechs. (BERICHT: Rehm hadert mit Paralympics-Ausschluss)
Weil die Aussichten am Donnerstag auch eher mau sind, könnte das Warten bis zum ersten Edelmetall durchaus bis Freitag andauern.
Denise Schindler peilt gleich Edelmetall an
Dann könnte wie schon in Rio ein Sister Act im Judo zum Befreiungsschlag werden. Carmen und Ramona Brussig treten am Freitag auf die Matte. 2016 gewann Carmen mit Silber die erste deutsche Medaille, wenige Minuten später legte Ramona eine Silbermedaille nach.
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Doch auf dieses Deja-vu würde das Team D Paralympics sicher gerne verzichten – und am besten direkt zum Auftakt mit Denise Schindler den Befreiungsschlag landen. (BERICHT: Erste Coronafälle bei Paralympics)
Die würde nach Silber und Bronze in Rio gerne ihren Medaillensatz komplettieren. Gold sei “ein Traum”, sagt die Münchnerin, doch “jede Medaille, die man dort holt, ist sehr wertvoll, nicht nur Gold”.
