Im Viertelfinale des olympischen Fußballturniers zwischen Frankreich und Argentinien kam es am Freitagabend nach dem Schlusspfiff zu unschönen Szenen. Frankreichs Nationalspieler Enzo Millot lief nach dem Spiel zur Bank der Argentinier und feierte den 1:0-Sieg der Franzosen mit einer provokanten Geste.
Daraufhin liefen die argentinischen Auswechselspieler auf das Spielfeld und es kam zu einer großen Rudelbildung. Nach einigen Schubsern und aggressiven Wortgefechten bekam einzig Millot, der beim VfB Stuttgart unter Vertrag steht, die Rote Karte.
„Ich habe vor ihrer Bank gefeiert, ja. Das war aus der Euphorie heraus“, sagte Millot nach der Partie und befand, der Schiedsrichter sei zu streng gewesen: „Das ist Fußball. Wenn der Schiedsrichter das nicht versteht…“
Henry kritisiert VfB-Profi
Auch Legende Thierry Henry war als Trainer der olympischen Auswahl von Frankreich mittendrin im Handgemenge. Nach dem Spiel ärgerte sich der 46-Jährige über die Aktion des Bundeliga-Profis, der wegen seiner Roten Karte im Halbfinale gegen Ägypten gesperrt sein wird.
„Man kann sein Team nicht so in den Konflikt bringen. Eine Rote Karte im Spiel zu bekommen – okay – aber nicht so. Das ist einfach kein Fußball, diese Szenen wollen wir nicht sehen“, sagte Henry gegenüber den Journalisten in der Mixed-Zone.
Angespanntes Verhältnis zwischen Fußballnationen
Das Verhältnis zwischen französischen und argentinischen Fußballfans ist seit dem WM-Finale 2022 angespannt. Dort konnte sich Argentinien erst im Elfmeterschießen in einem extrem engen Spiel durchsetzen.
Einige argentinische Fans feierten den Sieg mit rassistischen Gesängen gegenüber der französischen Nationalmannschaft. Diese wurden von einigen Anhängern und auch vereinzelten Spielern nach dem Sieg der Copa America vor wenigen Wochen wiederholt gesungen.
„Das hat uns zusätzlich motiviert. Wir waren froh, auf sie zu treffen“, räumte Millot nach dem Schlusspfiff ein: „Wir hatten das im Kopf und das hat uns eine Extra-Motivation gegeben.“
