Es war Mitte der zweiten Halbzeit. Julian Köster vergab im Angriff eine gute Chance, kassierte im Zurücklaufen eine Zwei-Minuten-Strafe – und Spanien ging in Führung. Wenig später folgte noch ein unnötiger Schrittfehler an der Mittellinie.

„Im Angriff hapert es noch ein bisschen. Dort bin ich noch nicht ganz so im Turnier angekommen, wie ich es gerne hätte“, gab sich der 24 Jahre alte Rückraumspieler gegenüber SPORT1 selbstkritisch. Seine dynamischen Aktionen und sehenswerten Tore, von der Europameisterschaft noch in bester Erinnerung, sind beim olympischen Handballturnier noch Mangelware.

Das unterstreichen auch die Statistiken: Drei Tore von acht Würfen beim Auftaktsieg gegen Schweden, 2 von 2 beim Erfolg gegen Japan, zwei von sechs bei der Pleite gegen Kroatien und ein Tor von vier Versuchen gegen Spanien.

Olympia: Köster erzielt das vorentscheidende Tor

Immerhin: Sein Treffer zum 32:31 war das vorentscheidende Tor. Mit der Schlusssirene erhöhte Kapitän Johannes Golla auf 33:31. Damit steht Deutschland vorzeitig im Viertelfinale.

„Schön, dass zumindest ein Wurf reingegangen ist. Dass es dann noch so ein wichtiger war, ist super“, befand Köster.

Seine Leistung im Angriff ist ohnehin nur die halbe Wahrheit, das betonte auch Alfred Gislason. „Was er in der Abwehr macht, ist absolute Weltklasse“, sagte der Bundestrainer SPORT1 und erklärte weiter: „Wenn man im Zwei-Tage-Rhythmus spielt und berücksichtigt, was er im Innenblock leistet, dann ist es vorne natürlich extrem schwierig für ihn.“

„Ich werde weiter hart arbeiten“

Gislason dosierte Kösters Einsatzzeiten in der Offensive deshalb bewusst: „Ich habe darauf gehofft, dass er am Ende noch die notwendige Frische hat, um uns weiterzuhelfen.“ Die Rechnung ging auf.

„Ich werde weiter hart arbeiten“, erklärte Köster: „Gegen Slowenien kann ich dann hoffentlich zeigen, dass es besser klappt.“ Spätestens ab dem Viertelfinale dürften Kösters Abschlussqualitäten noch gebraucht werden.