Cortese erstmals auf dem Podium
Sandro Cortese sichert sich in Brünn seinen ersten Podiumsplatz in der Moto2 - "Tito" Rabat siegt vor Mika Kallio und baut seine WM-Führung wieder etwas aus.
2011 gewann Sandro Cortese in Brünn seinen ersten Grand Prix in der 125er-Klasse, drei Jahre später holte er an gleicher Stelle als Dritter seinen ersten Podiumsplatz in der Moto2. Der Sieg ging an Esteve “Tito” Rabat, der nach einer Durchstrecke von drei Rennen ohne Podiumsplatz seinen fünften Saisonsieg einfahren konnte. Der Polesetter legte einen makellosen Start-Ziel-Sieg hin und hatte am Ende 3,274 Sekunden Vorsprung auf seinen Marc-VDS-Teamkollegen Mika Kallio, der Zweiter wurde.
“Es war sehr schwierig. Ich fuhr fast das ganze Rennen allein”, berichtet Cortese und ergänzt: “Besonders hier auf dieser Strecke ist es in der Gruppe leichter, ein gutes Tempo zu fahren. Ich habe dann nur noch versucht, meine Position zu verteidigen. Es war eine schwierige Saison, mit dem Beinbruch. Indy war schon ganz gut – und nach diesem ersten Moto2-Podium kann ich gar nicht in Worte fassen, wie glücklich ich bin.”
Seinen Platz auf dem Treppchen hatte Cortese allerdings auch dem Sturz von Sam Lowes zu verdanken. Der Speed-Up-Pilot lag hinter dem Marc-VDS-Duo an dritter Stelle, als er in der fünften Runde in Kurve drei stürzte. Der Brite nahm das Rennen anschließend zwar zunächst wieder auf, musste sein Motorrad einige Runden später dann aber endgültig an der Box abstellen.
Leichter Regen macht Rabat nervös
Auch für Jonas Folger lief es nicht optimal. Der Kalex-Pilot, der im Warmup noch die drittschnellste Zeit gesetzt hatte, kam bereits in der ersten Kurve von der Strecke ab und fiel weit zurück. Am Ende kämpfte sich der Deutsche immerhin noch bis auf Rang 15 nach vorne und nahm damit einen WM-Zähler mit. Marcel Schrötter (Tech 3) landete auf einem guten zehnten Platz.
Kurz vor Ende des Rennens hätte leicht einsetzender Regen beinahe alles noch einmal durcheinandergewirbelt. “Ich war ein bisschen besorgt, als es zu regnen begann”, gibt auch Sieger Rabat zu. Allerdings blieb es bei einigen wenigen Tropfen, sodass das Rennen wie geplant über die volle Distanz von 20 Runden zu Ende gefahren werden konnte.
“Am Anfang habe ich Druck gemacht, das Motorrad war im Rennen besser als im Training”, berichtet Kallio und fügt hinzu: “Ich konnte pushen, aber Tito war gerade ein paar Zehntel zu schnell. Zu Beginn war ich dran, aber dann zog er davon. Da gab ich mich dann mit Platz zwei zufrieden. Das ist gut für die Weltmeisterschaft und ein gutes Ergebnis vor dem nächsten Rennen.”
Lüthi bezwingt Aegerter
Einen spannenden Kampf um den vierten Platz lieferten sich die beiden Schweizer Tom Lüthi und Dominique Aegerter (beide Suter). Lüthi, der von Rang zwei ins Rennen gegangen war, konnte seinen guten Startplatz nicht in eine Podiumsplatzierung umsetzen und musste die drei Führenden bereits früh ziehen lassen. Am Ende konnte er immerhin seinen Landsmann noch hinter sich halten.
Die beiden Wildcard-Inhaber Lucas Mahias (Transfiormers) und Miroslav Popov hinterließen keinen guten Eindruck. Mahias kollidierte bereits in der ersten Runde mit Lorenzo Baldassarri (Suter). Er konnte zwar weiterfahren, wurde am Ende allerdings 31. und damit Letzter. Popov schied nach einer unnötigen Kollision mit Robin Mulhauser (beide Suter) in Runde fünf aus. Auch Tetsuta Nagashima (TSR) und Luis Salom (Kalex) sahen die Zielflagge nicht.
In der Weltmeisterschaft liegt Rabat mit 208 Punkten nun zwölf Zähler vor Kallio. Maverick Vinales, in der WM weiterhin auf Rang drei, kämpfte sich vom 17. Startplatz noch bis auf Rang sechs noch vorne, in der Meisterschaft liegt er nun allerdings bereits 58 Punkte hinter Rabat. Cortese schob sich in der WM an Folger vorbei und ist nun als Zehnter bester Deutscher. Das nächste Moto2-Rennen in Silverstone findet am 31. August statt.