Zur Lebenserfahrung des gewöhnlichen Menschen gehört die Erkenntnis, dass es im Leben Grenzen gibt.
Egal, was man tut, egal, wie man es tut: Irgendwo ist der Punkt erreicht, an dem man glaubt, dass es nicht mehr weiter geht, nicht mehr höher, an dem man nicht über das hinauskommt, was ist.
Für die deutsche Nationalelf schien dieser Punkt erreicht zu sein, vor vier Jahren, vor der WM 2010 in Südafrika.
Die sportliche Herausforderung war gewaltig, die klimatischen und geographischen Bedingungen großes Thema.
Dann kam Reinhold Messner zu einer teambildenden Maßnahme ins Trainingscamp.
Der Reinhold Messner.
Extrembergsteiger. Erster, der den Gipfel des Mount Everest ohne Sauerstoffgerät bestieg. Bezwinger sämtlicher 14 Achttausender.
Reinhold Messner kam, um zu erklären, wie man Extremsituationen auf höchsten Bergen meistert – und dass Fußball-Weltmeister in Südafrika werden im Grunde wie Extrembergsteigen ist, nur anders.
Man dachte, damit wäre die Grenze des Möglichen erreicht.
Vier Jahre später – die sportliche Herausforderung ist wieder gewaltig, die klimatischen und geographischen Bedingungen ein noch größeres Thema – kommt Mike Horn.
Der Mike Horn.
Extremschwimmer und – segler. Erster, der von der Quelle des Amazonas bis zur Mündung schwomm. Umrunder der Erde am Äquator ohne motorisierte Hilfsmittel.
Mike Horn kam, um zu erklären, wie man Extremsituationen in den tiefsten Gewässern meistert – und dass Fußball-Weltmeister in Brasilien werden im Grunde wie Extremsegeln ist, nur anders.
Man denkt, damit ist nun aber wirklich die Grenze des Möglichen erreicht.
Doch der für teambildende Maßnahmen zuständige DFB-Teammanager Oliver Bierhoff kann es sich nicht erlauben, in solchen Grenzen zu denken.
2018 in Russland, 2022 in Katar werden die sportlichen, klimatischen und geographischen Herausforderungen nicht kleiner, die Wichtigkeit von teambildenden Maßnahmen folglich auch nicht.
Und 2026, das Jahr, in dem aller Voraussicht nach die ersten interplanetaren Fußball-Meisterschaften auf dem Programm stehen, werden die sportlichen, klimatischen und geographischen Herausforderungen ein noch größeres Thema werden.
Es wird unerlässlich sein, dass dann der geistige Vater der neuen Turnierform für eine teambildende Maßnahme gewonnen wird: Joseph Blatter.
Der Joseph Blatter.
Extremfunktionär. Erster, der die Erde vom Äquator bis zum Südpol durchquerte und von überall her mit Wählerstimmen zurückkam.
FIFA-Präsident in siebter Amtszeit ohne Sauerstoffgerät und motorisierte Hilfsmittel.
Nur er kann erklären, wie man Extremsituationen auf anderen Planeten meistert. Und dass interplanetarischer Fußballmeister auf Hurz 1214 b zu werden im Grunde wie eine FIFA-Präsidentenwahl ist, nur anders.
Erst dann die Grenze des Möglichen tatsächlich erreicht.
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