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Aus Stuttgart berichtet Christoph Lother
Stuttgart – Borussia Dortmund hat die erste Hürde auf dem Weg ins angestrebte DFB-Pokalfinale am 30. Mai 2015 in Berlin gemeistert.
Trotz teilweise eklatanter Schwächen in der Defensive gewann der Vizemeister und Pokalfinalist der Vorsaison beim Drittligisten Stuttgarter Kickers letztlich klar mit 4:1 (1:0).
Die Tore für den BVB, bei dem Nationalspieler Marco Reus nach knapp zweieinhalbmonatiger Verletzungspause sein Comeback feierte, erzielten Henrikh Mkhitaryan (30.), Pierre-Emerick Aubameyang (55./78.) und Adrian Ramos (89.).
Für die Gastgeber war Stürmer Randy Edwini-Bonsu (60.) erfolgreich.
Die Kickers, die für den Erstrunden-Hit gegen den BVB aufgrund von Renovierungsarbeiten im heimischen GAZi-Stadion in die Mercedes-Benz Arena umgezogen waren, durften sich über die Unterstützung von rund 36.000 Zuschauern freuen – Rekord für ein Pokalspiel der Schwaben (
DFB-Pokal: Bilder der ersten Runde
).
Bei der Borussia bestritt Innenverteidiger Neven Subotic nach auskuriertem Kreuzbandriss sein erstes Pflichtspiel seit gut neun Monaten.
Neuzugang Ciro Immobile blieb auf der Bank, die Weltmeister Mats Hummels und Roman Weidenfeller standen genau wie der langzeitverletzte Ilkay Gündogan und Marcel Schmelzer (Adduktorenprobleme) gar nicht im Kader.
Die Dortmunder, die wie schon beim 2:0 im Supercup gegen den FC Bayern am vergangenen Mittwoch in einem 4-4-2-System agierten, taten sich zunächst schwer und hatten durch Milos Jojic (13.) ihre einzige nennenswerte Chance in den ersten 25 Minuten.
Besser als der Serbe, der den Ball vom Elfmeterpunkt aus links am Tor vorbei geschossen hatte, machte es nach einer halben Stunde Mkhitaryan. Nach exzellenter Vorarbeit von Lukasz Piszczek drosch der Armenier die von rechts flach ins Zentrum gespielte Kugel halbhoch in die Maschen.
Großes Glück hatte der BVB, der in der Abwehr ungewohnt anfällig wirkte, in der Schlussphase des ersten Durchgangs.
Erst schob Stuttgarts Elia Soriano den Ball aus kurzer Distanz und spitzem Winkel freistehend am langen Eck vorbei (37.), dann scheiterte Sandrino Braun aus ähnlicher Position an Keeper Mitchell Langerak (42.).
Auch nach dem Seitenwechsel musste Dortmunds Trainer Jürgen Klopp gleich zweimal tief durchatmen.
Nachdem Aubameyang Kickers-Schlussmann Mark-Patrick Redl umkurvt, den Ball dann aber nicht im Tor untergebracht hatte (47.), scheiterten auf der Gegenseite die Stuttgarter Soriano (48.) und Edwini-Bonsu (50.) jeweils aus wenigen Metern.
Umso bitterer für die Schwaben, dass sie sich das 0:2 kurze Zeit später quasi selbst ins Netz legten. Einen viel zu kurzen Rückpass von Verteidiger Royal-Dominique Fennell erlief Aubameyang, umkurvte Torhüter Redl und schob mühelos ein.
Beim BVB ging Reus, der bei seiner Rückkehr keine größeren Akzente setzen konnte, daraufhin vom Platz (57.), Ex-Kapitän Sebastian Kehl ersetzte ihn. Entschieden war die Partie allerdings noch nicht.
Nur fünf Minuten nach ihrem zweiten Gegentreffer schlugen die Kickers in Person von Edwini-Bonsu zurück. Das Tor des Kanadiers, der einen abgefälschten Freistoß flach über die Linie drückte, hätte wegen Abseitsstellung jedoch nicht zählen dürfen.
Zwölf Minuten vor dem Ende einer mittlerweile richtig unterhaltsamen Partie machte Dortmunds Aubameyang dann den Deckel drauf. Ein weiteres gutes Zuspiel von Piszczek von rechts verwertete der Gabuner – ebenfalls aus abseitsverdächtiger Position – zu seinem zweiten Treffer.
In der 89. Minute durfte auch der aus Berlin gekommene Ramos noch jubeln. Sein Flachschuss ins rechte Eck besiegelte das letztlich zu hohe 4:1 für Schwarz-Gelb.