Neuer Spurs-Coach rudert zurück

Neuer Spurs-Coach rudert zurück
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Neuer Spurs-Coach rudert zurück

Roberto De Zerbi sieht sich bei seiner Ankunft in London mit Gegenwind konfrontiert, weil er den englischen Skandal-Profi Mason Greenwood in Schutz nahm. Nun hat sich der Italiener entschuldigt und versucht, die Fans zu besänftigen.

Noch ehe er sein erstes Spiel an der Seitenlinie absolviert hat, rumort es bereits um den neuen Tottenham-Coach Roberto De Zerbi. Der Italiener sah sich bei seiner Ankunft mit heftiger Fan-Kritik ausgesetzt, weil er sich bei seinem Ex-Klub Olympique Marseille vermeintlich verharmlosend zum Fall Mason Greenwood geäußert hatte. Nun ist De Zerbi öffentlich zurückgerudert und hat versucht, die Spurs-Anhänger zu besänftigen.

Der Italiener hatte Greenwood, der 2022 wegen des Verdachts auf Vergewaltigung festgenommen, aber 2023 freigesprochen worden war, während ihrer gemeinsamen Zeit in Marseille in Schutz genommen. „Ich wollte das Thema Gewalt gegen Frauen – oder Gewalt gegen Menschen im Allgemeinen – niemals herunterspielen“, sagte De Zerbi nun in seinem ersten Interview als neuer Spurs-Coach.

Roberto De Zerbi soll Tottenham vor dem Abstieg bewahren
Roberto De Zerbi soll Tottenham vor dem Abstieg bewahrenRoberto De Zerbi soll Tottenham vor dem Abstieg bewahren© IMAGO/PsnewZ

De Zerbis Worte: „Unnötig, unüberlegt und beleidigend“

Vor allem die Fanvereinigung „Tottenham Hottspurs Supporters‘ Trust“ (THST) hatte De Zerbi im Vorfeld seiner Ankunft in London hart für seine vormaligen Aussagen gegen Greenwood kritisiert: „De Zerbis Äußerungen über Mason Greenwood waren unnötig, unüberlegt und für eine große Zahl von Fans zutiefst beleidigend; zweifellos werden sie Opfer männlicher Gewalt in Angst versetzt haben“, ließ der THST in einem Statement verlauten. „Jede auch nur angedeutete Sympathie gegenüber mutmaßlichen Tätern, die Frauen körperlicher oder sexueller Gewalt aussetzen, untergräbt das Vertrauen in die Führung dieses Vereins grundlegend.“

Deutliche Worte, die De Zerbi nun aufnahm: „Es tut mir leid, wenn ich mit diesem Thema jemanden verletzt oder seine Gefühle gekränkt habe – ich habe eine Tochter und gehe mit solchen Dingen sehr sensibel um, das war schon immer so.“ Er hoffe, „dass die Leute mich mit der Zeit besser kennenlernen und verstehen werden, dass ich in jenem Moment nicht die Absicht hatte, Stellung zu beziehen.“

Neuer Spurs-Coach trainierte Skandal-Profi

Die Fanclubs „Women of the Lane“, „Proud Lilywhites“ und „Spurs Reach“ hatten sogar eine Kampagne unter dem Motto „No to Roberto De Zerbi“ gestartet, nachdem vergangene Woche durchsickerte, dass Tottenham den Trainer verpflichten wollte.

Anfang der Woche war De Zerbi von Olympique Marseille zu den kriselnden Spurs gekommen, um den Europa-League-Sieger vor dem Abstieg aus der Premier League zu bewahren. In Frankreich trainierte De Zerbi den Engländer Greenwood. „Es macht mich traurig, was in seinem Leben passiert ist, denn ich kenne einen ganz anderen Menschen als den, der in England beschrieben wurde“, hatte De Zerbi im November 2025 über Greenwood gesagt. Er sei „ein guter Kerl“ und habe „einen hohen Preis für das bezahlt, was passiert ist.“