Fangen wir hier in dieser Kolumne nicht an mit Douglas Adams.

Douglas Adams liest man amüsiert in einem gewissen Alter, ja. Aber nur, bevor man in das Alter kommt, in dem man liest, wie Benjamin von Stuckrad-Barre verächtlich auf Douglas-Adams-Leser herabblickt.

Ehe man dann wiederum in das Alter kommt, in dem man liest, wie [bedeutsameren Autor einfügen, muss mich klug wirken lassen] mit viel existenzielleren Dingen beschäftigt ist, um noch verächtlich auf Benjamin-von-Stuckrad-Barre-Leser herabzublicken.

Reden wir also nicht von der unsterblichen Gestalt Wowbagger, dem Unendlich Verlängerten.

Martin Hoffmann schreibt seit 2009 die Kolumne "Hoffmanns Erzählungen" für SPORT1
Martin Hoffmann schreibt seit 2009 die Kolumne "Hoffmanns Erzählungen" für SPORT1

Wir wären dann nämlich schnell bei Wowbaggers Vorsatz, seine unendlich lange Lebenszeit zu nutzen, sämtliche Bewohner des Universums zu beleidigen, in alphabetischer Reihenfolge.

Und bei der Ausführung, dass dieser Vorsatz offen gesagt kein wirklich guter war – wie Wowbagger als erster zuzugeben bereit gewesen wäre -, aber wenigstens ein Vorsatz, der ihn wenigstens auf Trab hielt.

Im nächsten Schritt wären wir dann schon bei Douglas Adams’ Theorien über die Existenz von Paralleluniversen – die allerdings 1.) nicht parallel und 2.) keine Universen seien.

[Hier noch längeren Absatz mit physikalisch-philosophischem Gedöns einfügen… muss rüberkommen, dass ich D.A. in aller gedanklichen Tiefe erfasst habe, statt mich nur stumpf über die Gags zu beömmeln]

Und zack: Schon würden wir in eine unendlich unwahrscheinliche Idee hineinstolpern.

Wir würden uns verstricken in die Theorie, dass es in der Parallelwelt Fußball womöglich eine Parallelerscheinung zu Wowbagger, dem Unendlich Verlängerten, gebe.

Und würden überlegen, ob vielleicht Lukas Podolski diese Parallelerscheinung wäre – und seine angebliche Fußballkarriere nur das irrelevante Nebenprodukt einer parallel zu Wowbaggers verlaufenden Lebensaufgabe.

Podolski, der Unendlich Verlängerte, hätte in dieser Vorstellung den Vorsatz, sämtlichen Fotografen des Universums seinen in die Höhe gereckten Daumen zu zeigen, in alphabetischer Reihenfolge.

Ein Gedankenspiel, das selbstredend völliger Blödsinn ist – zumal es keine seriösen Anhaltspunkte dafür gibt.

Nur soundsoviel Treffer bei den Suchwörtern “Podolski” und “Daumen” in den diversen Bildersuchdiensten.

Und die prominente Platzierung von “Lukas Podolski hebt den Daumen” im “Das-wird-garantiert-passieren-Bingo” von “11 Freunde” – ganz oben, über “Die Frisur von Mario Gomez sitzt perfekt” und links von “Daniel van Buyten hat nasse Haare”.

Und der subjektiv eingefärbten Meinung eines einzelnen, nicht repräsentativen Kolumnisten.

Der sich lediglich ein wenig über die selbstredend ergebnisoffen zu stellende Frage den Kopf zerbricht, ob Lukas Podolski herrgottnochmal nichts anderes einfällt, als jedes Mal, wenn sich eine gottverdammte Kamera auf ihn richtet, seinen gottverdammten Daumen in diese gottverdammte Luft zu recken, als wäre gerade irgendetwas gottverdammt Großartiges passiert, was es gottverdammt nochmal wert wäre, seinen gottverdammten Daumen so gottverdammt hoch in diese gottverdammte Luft zu recken.

Wie gesagt: Ist alles Blödsinn, auf den man nur kommen kann, wenn man in einem gewissen Alter zu viel Douglas Adams gelesen hat.

Weswegen wir Gott sei Dank erst gar nicht davon angefangen haben.