Die USA-Reise des FC Bayern war ein voller Erfolg.

Gott sei Dank, muss man sagen, denn so selbstverständlich, wie sich das hier jetzt hinschreibt, war das Ganze ja nicht bei genauerer Betrachtung.

Lange war ja Zittern, ob es am Ende vielleicht doch nur als halbvoller, im schlimmsten Fall als halbleerer Erfolg werden würde.

Aber: Es ist ja alles gut gegangen.

Trotzdem: Es gibt keinen Grund, sich zufrieden zurücklehnen. Auch wenn die USA-Reise ein voller Erfolg war: Man darf das große Ganze nicht aus den Augen verlieren.

In seinem Bestreben, sich auf dem anglo-amerikanischen Markt zu positionieren, ist der FC Bayern schließlich nicht der einzige Wettbewerber, er steht in internationaler Konkurrenz mit zig anderen Klubs, die zum Teil seit Jahrzehnten USA-Reisen machen, die ein voller Erfolg sind.

Sicher: Es ist beeindruckend, wenn zig tausende Fans in Manhattan, New York und Portland, Washington die Stars des FC Bayern beim Fußballspielen sehen wollen.

Aber es ist nur eine Momentaufnahme.

Viele weitere USA-Reisen, die ein voller Erfolg sind, werden noch nötig sein, ehe der FC Bayern dort etwas Nachhaltiges geschaffen hat.

Es ist noch ein langer Weg, bis es so weit ist, dass Sportanhänger in New Haven, Connecticut sich hemmungslos darüber aufregen, was Karl-Heinz Rummenigge in der “New York Times” schon wieder gesagt hat.

Und ein noch längerer, bis die in Sioux Falls, South Dakota noch entrüsteter darüber sind, was Hans-Joachim Watzke in der “Washington Post” schon wieder geantwortet hat auf das, was Karl-Heinz Rummenigge in der “New York Times” schon wieder gesagt hat.

Nicht zu reden vom Punkt, an dem quer durch von Anchorage, Alaska bis Honolulu, Hawaii niemand mehr hören kann, wie sich die Rummenigge-Anhänger in Rockford, Illinois und die Watzke-Freunde in Winston-Salem, North Carolina gegenseitig die Köpfe red hot darüber reden, was Karl-Heinz Rummenigge nun wieder im “Wall Street Journal” auf Hans-Joachim Watzkes Antwort in der “Washington Post” auf seine Aussagen in der “New York Times” erwidert hat.

Aber was sage ich Ihnen das.

Sie wissen selber, dass die USA-Reise des FC Bayern – jetzt nicht im örtlichen, sondern im übertragenden Sinne – erst an diesem Punkt wirklich ihr Ziel erreicht hat.

Und dass sie erst dann als wirklich voller Erfolg zu werten ist.

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