Es gibt sie, die Leute, die tatsächlich glauben, dass alles laufen wird, wie es immer gelaufen ist.
Dass es nur wieder losgehen muss mit dem Fußball – und dann alles andere vergessen sein wird.
Wie anmaßend diese Vorstellung ist. Als ob das Bewusstsein, das während der fußballfreien Zeit in diesem Land erwacht ist, mir nichts dir nichts wieder einschlafen würde.
Etwas Machtvolles hat sich entwickelt in dieser Zeit, in der der Fußball mal nicht den Takt des gesellschaftlichen Lebens vorgegeben hat, etwas Großes.
Neue Themen sind in den Vordergrund gerückt, neue Helden geboren, neue Geschichten geschrieben worden.
Geschichten, die uns gelehrt haben, dass das Glück nicht daraus besteht, dass man millionenschweren Sportstars zusieht, wie sie einen Kunststoffball hin- und herbewegen.
Das wahre Glück ist anderswo. Nicht an einem bestimmten Ort, es ist nicht entscheidend, ob man es auf einem alten Farmgelände in New South Wales findet oder in einer südafrikanischen Luxusvilla.
Entscheidend ist, dass das Glück dort ist, wo die echten Menschen sind.
Egal, ob sie Steffi oder Jochen heißen, Angelina oder Mola, Wutfried oder Blarissa, der Bachelor oder der Wendler.
Es sind Menschen, die uns inspirieren, sich jeder Prüfung zu stellen, die das Leben für uns bereithält.
Zu kämpfen, worum es sich zu kämpfen lohnt: für die Liebe, für die Gerechtigkeit, für das Recht, RTL zu verklagen.
Es ist kein Zufall, dass sich gerade jetzt hunderttausende erheben, um den tyrannischen Machthaber einer abendlichen Fernsehtalkshow aus dem Amt zu jagen.
Es ist eine Zeit großer Umwälzungen, großer Ereignisse, großer Ideale. Eine tolle Zeit.
Hoffen wir, dass diese Zeit nicht aufhört – nur weil ab heute wieder Fußball ist.
Es wäre einfach nur unendlich schade.
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