Griff in die Bremse? Team reagiert

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Griff in die Bremse? Team reagiert

Nach einem vermeintlichen Griff an die Bremse seines Konkurrenten wird IDM-Pilot Walid Khan Opfer einer Hetzjagd in den sozialen Medien. Sein Team sieht sich zu einer drastischen Maßnahme gezwungen.

Das vergangene Rennwochenende der IDM auf dem Red Bull Ring in Österreich wurde von einer kontroversen Szene überschattet, die im Nachgang zu einer regelrechten Hetzjagd führte.

Nach dem zweiten Rennen der Supersport-300-Klasse erhob der aktuelle WM-Dritte Petr Svobodo schwere Vorwürfe gegen den Piloten Walid Khan vom Freudenberg-Team. Svobodo behauptete, Khan habe während des Rennens auf der Zielgeraden seine Hand vom Lenker genommen und in Richtung seines Konkurrenten gegriffen, um dessen Bremshebel zu ziehen und sich dadurch einen Vorteil zu verschaffen.

Auf seinem Instagram-Account bezeichnete Svoboda die Szene als „eine beängstigende Situation, die es im Rennsport nicht geben sollte“. Der Tscheche warnte vor derart gefährlichen Manövern und forderte eine Bestrafung für solche Aktionen.

„Was hätte in dieser Situation passieren können? Ich will gar nicht darüber nachdenken. Ich hatte in dieser Situation einen Schutzengel, aber so etwas sollte auf jeden Fall bestraft und nicht einfach weggeschaut werden.“

Hetzjagd in den sozialen Medien: Freudenberg-Team verteidigt Khan

Auf den Beitrag von Svoboda folgte eine Welle der Empörung, wobei sich viele Kommentare gegen den Beschuldigten Khan richteten. Die Reaktionen erreichten solch negative Ausmaße, dass das Freudenberg-Team eine offizielle Mitteilung veröffentlichte.

„Fairness steht an oberster Stelle“, stellte das sächsische Team klar. „Von daher nehmen wir die Vorwürfe, die unserem Piloten Walid Khan nach dem Rennen 2 am Red-Bull-Ring entgegengebracht wurden, sehr ernst!“

Es dürfe jedoch kein Pilot „verurteilt oder bestraft werden, bevor nicht alle Fakten und Belege ordentlich von allen Beteiligten geprüft wurden“. Was nach dem Rennen in den sozialen Medien passiert sei, „geht leider viel zu weit“, stellte das Team klar. „Androhung von Gewalt, persönliche Beschimpfungen u.v.m. können nicht toleriert werden.“

Der beschuldigte Khan verteidigte in dem Statement sein Vorgehen: „Petr ist auf mich zugekommen und da wir ziemlich nah an der Boxenmauer fuhren, hatte ich Angst, dass sich die Lenker berühren. Aus diesem Grund habe ich meine Hand vom Lenker genommen, um Petr auf Distanz zu halten.“ Der 23-Jährige habe „weder an seinen Lenker, Bremse oder irgendetwas anderes greifen“ wollen.

IBM-Promoter entlasten Beschuldigten

In der Konsequenz kündigte das Freudenberg-Team eine drastische Maßnahme an: „Wir haben uns aufgrund der vielen Androhungen daher entschieden, unseren Fahrer Walid Khan zu schützen und ihn weder in Assen noch in Hockenheim an den Start gehen zu lassen.“

Indes entlastete ein Statement der IDM-Verantwortlichen den Niederländer. „Nach Analyse der verfügbaren Videoaufnahmen aus verschiedenen Kameraperspektiven durch die Race Control traf die Rennleitung die Entscheidung, dass die Handbewegung von Walid Khan nicht dazu diente, Einfluss auf die Bremse von Petr Svoboda zu nehmen“, reagierte der Promoter der IDM, die Motor Presse Stuttgart.

Khans Handbewegung deuten die Verantwortlichen als Zeichen, „dass Petr Svoboda ihm Platz lassen soll da die Streckenbreite durch die Sicherheitslinie der Boxenmauer begrenzt ist“. Aus diesem Grund habe die Rennleitung keine weiteren Maßnahmen gegen den Beschuldigten ergriffen.

Obwohl Svobodo und sein Team die Möglichkeit gehabt hätten, Protest gegen diese Entscheidung der Rennleitung einzulegen, verzichteten sie darauf. Für Walid Khan hat der Vorfall dennoch Konsequenzen: Da er bei den ausstehenden Rennen nicht starten wird, ist sein Traum vom IDM-Titel geplatzt.